Ein nachhaltiges Veranstaltungskonzept setzt messbare ökologische, soziale und ökonomische Ziele von der ersten Planungsstunde an und priorisiert konsequent Vermeidung vor Kompensation. Wer ein Nachhaltigkeitskonzept für Events entwickelt, arbeitet nach einer klaren Hierarchie: Vermeiden kommt vor Reduzieren, Reduzieren vor Wiederverwenden, Wiederverwenden vor Recyceln. Die größten Hebel liegen fast immer bei Mobilität, Verpflegung und Abfall.
Sofortmaßnahmen mit dem größten Effekt:
- Leitbild und messbare Ziele schriftlich festlegen, bevor Verträge unterschrieben werden
- Veranstaltungsort auf ÖPNV-Anbindung, Ökostrom und Umweltzertifikate prüfen (EMAS, Blauer Engel)
- Pflanzenbasiertes Catering mit regionalen und saisonalen Zutaten als Standard setzen
- Mehrwegsysteme für Geschirr und Verpackungen verbindlich vereinbaren
- CO2-Rechner (UBA oder atmosfair) bereits in der Konzeptphase einsetzen, nicht erst danach
Wichtige Erkenntnisse
Ein nachhaltiges Eventkonzept entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch konsequente Planung von Anfang an, mit messbaren Zielen, klarer Hierarchie und transparentem Reporting.
| Thema | Details |
|---|---|
| Leitbild und KPIs | Messbare Ziele (CO2 in t CO2e, Anteil pflanzlicher Speisen, Restmüll pro Person) vor Projektstart festlegen. |
| Mobilität priorisieren | Anreise-Emissionen können einen sehr großen Anteil der Gesamtemissionen ausmachen, Bahnförderung und Shuttles früh planen. |
| Abfallhierarchie anwenden | Vermeiden vor Reduzieren vor Wiederverwenden vor Recyceln; Mehrwegsysteme verbindlich vereinbaren. |
| Messen und kommunizieren | UBA CO2-Rechner und atmosfair CO2-Eventrechner einsetzen; Ergebnisse transparent reporten, nicht nur intern dokumentieren. |
| Dulce Compania als Partner | Nachhaltige Walk Acts mit langlebigen Kostümen und gebündelter Einsatzplanung für umweltverträgliche Eventunterhaltung. |
Inhaltsverzeichnis
- Warum Nachhaltigkeit im Eventkonzept heute unverzichtbar ist
- Wie Sie Leitbild, Ziele und KPIs für Ihr Nachhaltigkeitskonzept festlegen
- Welche Kriterien helfen Ihnen bei der Wahl des Veranstaltungsortes?
- Wie Sie Anreise-Emissionen durch gezielte Mobilitätsmaßnahmen senken
- Wie Sie nachhaltige Catering-Entscheidungen treffen
- Wie Sie die Abfallhierarchie bei Ihrer Veranstaltung anwenden
- Wie Sie Beschaffung und Partnerwahl nachhaltig gestalten
- Wie Sie Energie sparen und Streaming sinnvoll einsetzen
- Soziale Nachhaltigkeit: Barrierefreiheit und Beteiligung sicherstellen
- Wie Sie CO2-Emissionen messen, reporten und kommunizieren
- Zeitplan und Budget: Wann müssen welche Entscheidungen fallen?
- Nachhaltige Unterhaltung: Wie Performances umweltverträglicher werden
- Was wirklich zählt: Eine persönliche Einschätzung zur Nachhaltigkeit bei Events
- Dulce Compania: Nachhaltige Walk Acts und Performances anfragen
- Quellen
- FAQ
Warum Nachhaltigkeit im Eventkonzept heute unverzichtbar ist
Nachhaltigkeit steigert die Glaubwürdigkeit einer Veranstaltung, senkt langfristig Kosten und erfüllt Anforderungen, die öffentliche Auftraggeber zunehmend verbindlich stellen. Wer Veranstaltungen für Kommunen, Bundesbehörden oder geförderte Projekte plant, begegnet Nachhaltigkeitskriterien schon in der Ausschreibungsphase.
Der BMU/UBA-Leitfaden zur nachhaltigen Organisation von Veranstaltungen empfiehlt, Nachhaltigkeitsaspekte früh in Planungs- und Konkretisierungsphasen zu verankern. Mobilität, Energie, Verpflegung sowie Abfall werden dabei als zentrale Handlungsfelder genannt. Das Umweltbundesamt stellt dazu Checklisten und CO2-Berechnungstools bereit und betont, dass transparentes Reporting die Glaubwürdigkeit von Maßnahmen erst messbar macht.
Gütezeichen wie der Blauer Engel, EMAS oder das EU-Umweltzeichen sind dabei keine Kür, sondern handfeste Entscheidungsanker bei der Partnerwahl. Sie signalisieren geprüfte Umweltleistung und lassen sich in Vergabebedingungen direkt benennen.
Statistik-Callout: Laut atmosfair kann die An- und Abreise der Teilnehmenden in typischen Fällen einen sehr großen Anteil der Gesamtemissionen einer Veranstaltung ausmachen. Das bedeutet: Wer nur beim Catering spart, aber die Anreise ignoriert, optimiert am falschen Ende.
Wie Sie Leitbild, Ziele und KPIs für Ihr Nachhaltigkeitskonzept festlegen
Leitbild und messbare Ziele gehören in die allererste Projektphase, nicht in die Woche vor dem Event. Wer erst dann fragt, welche CO2-Menge akzeptabel ist, hat die wichtigsten Entscheidungen schon getroffen, ohne sie bewusst getroffen zu haben.
Wer gehört zur Stakeholderanalyse? Auftraggeber, Location-Management, Catering-Dienstleister, Technikfirmen, Teilnehmende und die zuständige Kommune sollten spätestens in der Konkretisierungsphase eingebunden sein. Manche Akteure, etwa Verkehrsverbünde für Shuttle-Kooperationen, brauchen deutlich mehr Vorlauf.
Beispiel-KPIs für ein nachhaltiges Eventkonzept:
- CO2-Emissionen gesamt in t CO2e (aufgeteilt nach Anreise, Energie, Catering, Logistik)
- Anteil pflanzlicher Speisen am Gesamtangebot in Prozent
- Anteil der Teilnehmenden mit ÖPNV- oder Bahnanreise in Prozent
- Restmüll pro Teilnehmer in Kilogramm
- Anteil regionaler Zutaten (Lieferradius unter 150 km) in Prozent
- Reporting-Frist: Nachhaltigkeitsbericht innerhalb von vier Wochen nach dem Event
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Ziele so zu formulieren, dass sie nach dem Event überprüfbar sind. Wer schreibt „wir wollen nachhaltiger werden“, hat kein Ziel, sondern eine Absichtserklärung.
Profi-Tipp: Drei bis vier konkrete KPIs, die Sie tatsächlich messen können, sind wirksamer als eine Liste mit zwölf Wunschzielen. Beginnen Sie mit dem, was Ihr Team jetzt schon erfassen kann, und erweitern Sie schrittweise.
Welche Kriterien helfen Ihnen bei der Wahl des Veranstaltungsortes?
Die Location entscheidet über einen Großteil der ökologischen Eventgestaltung, bevor auch nur ein Caterer angerufen wird. Wählen Sie einen Ort mit guter ÖPNV-Anbindung, nachweisbar erneuerbarer Energieversorgung und dokumentierten Umweltmaßnahmen.
Prüfpunkte für die Location-Auswahl:
- Entfernung zum nächsten Fern- oder Regionalbahnhof (Richtwert: unter 1 km zu Fuß)
- Sichere Fahrradabstellplätze vorhanden?
- Energiequelle: Ökostromtarif oder eigene Photovoltaik?
- Abfallmanagement vor Ort: getrennte Behälter, Kompostierung, Mehrweg-Geschirr verfügbar?
- Mietmöbel und Ausstattung leihweise buchbar, um Transportaufwand zu reduzieren?
- Umweltzertifikat vorhanden: EMAS, Blauer Engel oder EU-Umweltzeichen?
Die Sustainable Event Guidelines des Berlin Convention Office fassen 13 Handlungsfelder zusammen und benennen konkrete Mindestanforderungen, die Veranstalter bei der Ortswahl direkt als Checkliste nutzen können. Nachhaltigkeitsklauseln gehören in jeden Location-Vertrag: Energiemanagement, Abfallentsorgung und Rückbauvereinbarungen sollten schriftlich fixiert sein, nicht mündlich zugesagt.
Profi-Tipp: Fordern Sie vor Vertragsabschluss eine schriftliche Bestätigung, welche Recycling- und Mehrwegoptionen die Location tatsächlich bereitstellt. Mündliche Zusagen sind bei der späteren Dokumentation wertlos.
Wie Sie Anreise-Emissionen durch gezielte Mobilitätsmaßnahmen senken
Weil die Anreise den größten Einzelposten in der CO2-Bilanz vieler Veranstaltungen darstellt, ist Mobilitätsplanung kein Randthema. Reduzieren Sie Flugreisen, fördern Sie Bahn- und ÖPNV-Anreise aktiv und organisieren Sie lokale Sammelverkehre.
Konkrete Maßnahmen für Deutschland:
- Bahnverbindungen in der Einladung prominent empfehlen, Verbindungssuche via DB Navigator verlinken
- Ticket-Bonus oder Kostenübernahme für Bahnanreise anbieten (z. B. Deutschlandticket als Teilnahmebonus)
- Kooperation mit regionalen Verkehrsverbünden für vergünstigte Tagestickets vereinbaren
- Shuttle-Service zwischen Bahnhof und Location organisieren, Abfahrtszeiten kommunizieren
- Fahrrad-Anreize: Fahrradparkplätze ausweisen, Lastenrad-Sharing in der Nähe benennen
- Digitale Teilnahmeoptionen (Livestream, hybrides Format) für Teilnehmende mit weiter Anreise anbieten
Zeitpunkt: Shuttle-Buchungen und Kommunikation mit Teilnehmenden sollten spätestens sechs Wochen vor dem Event erfolgen, Kooperationen mit Verkehrsverbünden deutlich früher.
Für das KPI-Reporting dokumentieren Sie den Anreise-Mix: Wie viele Teilnehmende sind mit Bahn, ÖPNV, Pkw oder Flugzeug angereist? Eine kurze Abfrage im Anmeldeformular reicht dafür aus. Die Green Events Austria-Checkliste empfiehlt öffentliche Erreichbarkeit und sichere Fahrradabstellplätze als Standardmaßnahmen, die sich direkt auf deutsche Veranstaltungen übertragen lassen.
Wie Sie nachhaltige Catering-Entscheidungen treffen
Pflanzenbasierte Optionen, saisonale und regionale Zutaten sowie Mehrwegkonzepte statt Einweg sind der Kern eines nachhaltigen Caterings. Das ist kein Verzicht, sondern eine Frage der Priorisierung bei der Caterer-Auswahl.
Prüfliste für Caterer-Anfragen:
- Herkunft der Hauptzutaten: regional (unter 150 km), saisonal, Bio- oder Fairtrade-zertifiziert?
- Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden: Tarifvertrag, Mindestlohn, faire Schichtplanung?
- Mehrweggeschirr und Mehrwegverpackungen als Standard oder auf Anfrage?
- Rücknahme von Speiseresten: Kooperation mit Tafeln oder Foodsharing-Plattformen?
- Leitungswasserstationen statt Einwegflaschen eingeplant?
- Allergenkennzeichnung vollständig und gut sichtbar?
Ein pflanzenbasiertes Menü mit regionalen Zutaten kann die Catering-bezogenen Emissionen gegenüber einem fleischlastigen Angebot erheblich senken, und häufig auch die Kosten, weil saisonales Gemüse günstiger als importiertes Fleisch ist. Die Stiftung Bildung empfiehlt, Reste konsequent weiterzugeben und Mehrwegsysteme einzusetzen, weil Kommunikation vorab die Akzeptanz bei Teilnehmenden deutlich erhöht.
Profi-Tipp: Legen Sie einem Catering-Angebot einen einseitigen Nachhaltigkeitsfragebogen bei. Wer ihn nicht ausfüllt, zeigt damit schon, wie ernst er das Thema nimmt.
Wie Sie die Abfallhierarchie bei Ihrer Veranstaltung anwenden
Folgen Sie der Abfallhierarchie: Vermeiden kommt vor Reduzieren, Reduzieren vor Wiederverwenden, Wiederverwenden vor Recyceln. Wer erst beim Recyceln ansetzt, hat die drei wirksameren Stufen übersprungen.
| Prinzip | Typische Maßnahmen bei Events |
|---|---|
| Vermeiden (Refuse) | Keine Einwegplastik-Artikel bestellen, auf gedruckte Programmhefte verzichten, digitale Tickets einsetzen |
| Reduzieren (Reduce) | Portionsgrößen bedarfsgerecht planen, Werbemittel auf das Notwendige begrenzen |
| Wiederverwenden (Reuse) | Mehrweggeschirr, Leihdekorationen, wiederverwendbare Beschilderung, Kostüme und Bühnenelemente mehrfach einsetzen |
| Recyceln (Recycle) | Getrennte Sammelbehälter für Papier, Glas, Kunststoff und Bioabfall aufstellen, Kompostierung organisieren |
Der FAIRveranstaltungs-Leitfaden betont diese Hierarchie ausdrücklich und empfiehlt, soziale sowie kulturelle Aspekte gleichwertig in die Planung einzubeziehen.
Implementierungs-Checkliste:
- Mehrweggeschirr-System verbindlich mit Caterer und Location vereinbaren
- Rückführungslogistik für Leihgeschirr klären (Wer reinigt? Wer transportiert zurück?)
- Getrennte Sammelbehälter beschriften und sichtbar aufstellen
- Kompostierung für Bioabfälle organisieren, sofern die Location das ermöglicht
- Teilnehmende vorab über Abfalltrennung informieren (Hinweisschilder, kurze Ansage)
- Abfallmengen nach dem Event wiegen und dokumentieren
Ein Hinweis zur Rechtslage: Abfallkonzepte können lokal vorgeschrieben sein. Die Stadt Wien hat etwa festgelegt, dass ab dem 1. Juli 2026 für Veranstaltungen mit mehr als 2.000 Besuchern ein Umwelt- und Abfallkonzept verpflichtend ist. Vergleichbare Regelungen sind auch in deutschen Städten denkbar, weshalb ein Blick in die jeweiligen kommunalen Vorschriften lohnt.
Wie Sie Beschaffung und Partnerwahl nachhaltig gestalten
Nachhaltigkeitsanforderungen werden erst verbindlich, wenn sie in Ausschreibungen und Verträgen stehen, nicht wenn sie im Briefing erwähnt werden. Integrieren Sie Gütezeichen und Lebenszykluskosten als Mindest- oder Zuschlagskriterien.
Nützliche Gütezeichen für Vergabebedingungen:
- Blauer Engel: für Papier, Druckprodukte, Reinigungsmittel, IT-Geräte
- EMAS: für Dienstleister mit geprüftem Umweltmanagementsystem
- EU-Umweltzeichen: für Veranstaltungsorte, Reinigungsprodukte, Textilien
Formulierungstipp für Verträge: Verlangen Sie Nachweise (Zertifikatskopien, Lieferantenerklärungen), legen Sie Reporting-Pflichten fest und vereinbaren Sie Rückbau- und Rückgabevereinbarungen für gemietete Ausstattung. Faire Arbeitsbedingungen, Mindestlohn und Tarifbindung sollten als Vertragsbestandteil benannt sein, nicht als Wunsch.
Leihen statt Kaufen: Checkliste für die Beschaffung:
- Dekoration, Möbel und Technik bevorzugt leihen oder mieten
- Lokale Lieferanten bevorzugen, um Transportwege zu kürzen
- Nachweispflichten für alle Gütezeichen schriftlich einfordern
- Einwegprodukte nur zulassen, wenn keine Mehrwegoption verfügbar ist
- Rückgabe- und Entsorgungsvereinbarungen vor Vertragsabschluss klären
Wer Technikdienstleister koordiniert, findet in einer Profi-Checkliste für Eventdienstleister nützliche Hinweise zur Abstimmung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Wie Sie Energie sparen und Streaming sinnvoll einsetzen
Energieeffiziente Technik, Ökostrom und klare Briefings für Dienstleister sind die drei Säulen einer grünen Eventtechnik. LED-Beleuchtung statt Halogen ist dabei der einfachste und oft wirkungsvollste Schritt.
Maßnahmenliste Technik und Energie:
- LED-Beleuchtung für alle Bühnen- und Raumbeleuchtung vorschreiben
- Standby-Regeln für alle Geräte festlegen (Abschalten statt Standby in Pausen)
- Ökostromtarif für die Location oder eigene Ökostromversorgung sicherstellen
- Energieeffiziente IT-Geräte und Drucker mit Gütezeichen (Blauer Engel, Energy Star) bevorzugen
- Heiz- und Kühlsysteme auf Bedarfszeiten begrenzen, nicht dauerhaft laufen lassen
- Technikgeräte leihen statt kaufen, wenn sie nur einmalig gebraucht werden
Streaming und hybride Formate: Wer einen Teil der Teilnehmenden digital einbindet, reduziert Anreise-Emissionen erheblich. Achten Sie dabei auf den Serverstandort des Streaming-Anbieters und dessen Energiequelle. Ein Rechenzentrum mit Ökostrom macht einen messbaren Unterschied.
Profi-Tipp: Erstellen Sie ein einseitiges Energie-Briefing für alle Technikdienstleister vor Ort: Welche Geräte werden wann eingeschaltet? Wer ist verantwortlich für das Abschalten? Ohne schriftliche Regelung läuft die Technik oft die ganze Nacht.
Soziale Nachhaltigkeit: Barrierefreiheit und Beteiligung sicherstellen
Soziale Nachhaltigkeit ist kein optionaler Zusatz, sondern Pflichtbestandteil eines glaubwürdigen Nachhaltigkeitskonzepts. Barrierefreiheit, faire Bezahlung und aktive Beteiligung erhöhen Akzeptanz und schützen vor dem Vorwurf des Greenwashings.
Die Sustainable Event Guidelines betonen, dass soziale Nachhaltigkeit die Wirkung ökologischer Maßnahmen verstärkt, weil sie Vertrauen schafft.
Checkliste soziale Nachhaltigkeit:
- Barrierefreier Zugang zu allen Veranstaltungsbereichen (Rampen, Aufzüge, Leitsysteme)
- Familienzonen und Wickelmöglichkeiten einplanen
- Schutzkonzept gegen Diskriminierung und Belästigung schriftlich festlegen
- Team vor dem Event zu Barrierefreiheit und Schutzkonzept schulen
- Lokale soziale Projekte einbeziehen (z. B. als Caterer, Aussteller oder Programmpartner)
- Teilnehmende aktiv zur Mitwirkung einladen: Feedback-Stationen, Abstimmungen, Mitgestaltungsformate
Der FAIRveranstaltungs-Leitfaden empfiehlt ausdrücklich, Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch, sondern auch kulturell und sozial zu denken. Wer lokale Partner einbindet, stärkt regionale Wertschöpfung und gibt dem Event eine Verankerung, die über den Veranstaltungstag hinauswirkt.
Wie Sie CO2-Emissionen messen, reporten und kommunizieren
Messen Sie Emissionen systematisch nach den Kategorien Anreise, Energie, Catering und Logistik. Kommunizieren Sie die Ergebnisse transparent. Und: Vermeiden Sie zuerst, kompensieren Sie zuletzt.
Praktische Tools für Deutschland:
- UBA CO2-Rechner für Veranstaltungen: Berechnet Emissionen nach Anreise, Energie und weiteren Kategorien; kostenlos und auf deutsche Verhältnisse zugeschnitten
- atmosfair CO2-Eventrechner: Besonders detailliert bei Flugreisen und Mobilitätsemissionen; geeignet für internationale Veranstaltungen
- netzwerkgreenevents.de: Maßnahmen-Datenbank mit praxisnahen Umsetzungsbeispielen und Checklisten für verschiedene Eventtypen
Mess-Checkliste:
- Datenerhebungspunkte festlegen: Wer erhebt welche Daten (Anreise-Mix, Energieverbrauch, Abfallmengen)?
- Fristen: Datenerhebung spätestens zwei Wochen nach dem Event abschließen
- Verantwortlichkeiten intern zuweisen, bevor das Event beginnt
- Evaluation nach dem Event: Soll-Ist-Vergleich der KPIs durchführen
- Ergebnisse in den nächsten Nachhaltigkeitsbericht integrieren
Standardisierte Umwelterklärungen und externe Verifizierungen steigern die Glaubwürdigkeit erheblich. Wer seine Zahlen von einer unabhängigen Stelle bestätigen lässt, liefert Auftraggebern und Teilnehmenden einen Nachweis, der über eine Selbstauskunft hinausgeht.
Zeitplan und Budget: Wann müssen welche Entscheidungen fallen?
Nachhaltigkeitsentscheidungen gehören in die Planungs- und Konkretisierungsphase. Wer sechs Wochen vor dem Event noch die Location wechseln oder ein Mehrwegsystem einführen will, zahlt dafür entweder viel mehr oder scheitert schlicht daran.
Typische Meilensteine:
- Projektstart: Leitbild festlegen, Stakeholder identifizieren, KPIs definieren
- Sechs bis zwölf Monate vorher: Location nach Nachhaltigkeitskriterien auswählen, Mobilitätskonzept entwickeln
- Drei bis sechs Monate vorher: Caterer und Technikdienstleister mit Nachhaltigkeitskriterien beauftragen, Shuttle-Kooperationen vereinbaren
- Sechs bis acht Wochen vorher: Teilnehmende über Anreisemöglichkeiten informieren, Abfallkonzept finalisieren
- Durchführung: Maßnahmen umsetzen, Daten erheben (Anreise-Mix, Energieverbrauch, Abfallmengen)
- Evaluation: Soll-Ist-Vergleich, Nachhaltigkeitsbericht erstellen, Erkenntnisse für das nächste Event dokumentieren
Budgettipps: Investieren Sie in Catering-Qualität (regional, bio, pflanzenbasiert) und Energieeffizienz, denn beides zahlt sich langfristig aus. Sparen lässt sich bei Papier (digitale Unterlagen statt Drucksachen), Einwegartikeln und unnötigen Transporten. Wer das Entertainmentbudget für Events richtig plant, findet dort weitere Hinweise zur Priorisierung von Ausgaben.
Quick wins vs. strategische Investitionen: Digitale Einladungen, Leitungswasserstationen und LED-Beleuchtung sind sofort umsetzbar und kosten wenig. Mehrwegsysteme, Ökostromverträge und CO2-Kompensation erfordern mehr Vorlauf und Budget, liefern aber messbar größere Wirkung.
Nachhaltige Unterhaltung: Wie Performances umweltverträglicher werden
Unterhaltung muss nicht im Widerspruch zur Nachhaltigkeit stehen. Wer Künstler und Agenturen nach denselben Kriterien auswählt wie Caterer und Technikdienstleister, schließt eine Lücke, die viele Eventkonzepte noch haben.
Checkliste für nachhaltige Künstlerbuchung:
- Anreise optimieren: Bevorzugen Sie Künstler mit kurzen Reisewegen oder planen Sie Mehrfacheinsätze in einer Region
- Gemeinsame Tourplanung: Mehrere Auftritte in einer Region bündeln, um Transportwege zu reduzieren
- Langlebige Kostüme: Achten Sie darauf, dass Kostüme mehrjährig einsetzbar und reparierbar sind, statt Einwegausstattung zu verwenden
- Wiederverwendbare Bühnenbilder und Requisiten bevorzugen
- Faire Gagenstrukturen und transparente Vertragsgestaltung einfordern
Dulce Compania arbeitet seit 2003 mit inhouse gefertigten Kostümen, die auf Langlebigkeit ausgelegt sind und über viele Einsätze hinweg genutzt werden. Durch gebündelte Einsatzplanung in Regionen lassen sich Transportwege und damit Emissionen reduzieren. Das ist kein Marketingversprechen, sondern ein praktischer Vorteil gegenüber Agenturen, die für jeden Auftritt neue Ausstattung produzieren oder weite Anreisen in Kauf nehmen.
Wer Performancekünstler nachhaltig buchen möchte, findet dort konkrete Kriterien für die Anfrage und Auswahl.
Profi-Tipp: Fragen Sie Agenturen im Angebot konkret: Wie lange sind die Kostüme bereits im Einsatz? Wie wird die Anreise der Künstler organisiert? Wer diese Fragen nicht beantworten kann, hat Nachhaltigkeit noch nicht in seinen Prozess integriert.
Was wirklich zählt: Eine persönliche Einschätzung zur Nachhaltigkeit bei Events
Die meisten Nachhaltigkeitskonzepte für Events scheitern nicht an fehlendem Willen, sondern an falscher Reihenfolge. Man beginnt mit dem, was sichtbar ist: Mehrwegbecher, Papierstrohalme, ein paar Topfpflanzen als Deko. Das fühlt sich gut an, ändert aber wenig. Die eigentliche Wirkung entsteht dort, wo es unbequemer ist: bei der Location-Entscheidung, beim Catering-Budget und vor allem bei der Frage, ob Teilnehmende überhaupt anreisen müssen.
Was mich nach Jahren in der Eventbranche am meisten überrascht: Nachhaltigkeit ist selten teurer, wenn man früh genug anfängt. Wer die Location nach Ökostrom und ÖPNV-Anbindung auswählt, zahlt nicht mehr, wählt nur anders. Wer pflanzenbasiertes Catering als Standard setzt statt als Ausnahme, spart oft sogar Kosten. Die Investition liegt im Prozess, nicht im Produkt.
Und noch etwas: Transparenz schlägt Perfektion. Ein Event, das seine CO2-Bilanz offen kommuniziert und zeigt, wo es noch nicht optimal ist, wirkt glaubwürdiger als eines, das Nachhaltigkeit als Marketingbotschaft behandelt. Teilnehmende und Auftraggeber merken den Unterschied.
Dulce Compania: Nachhaltige Walk Acts und Performances anfragen
Wer ein Eventkonzept mit Nachhaltigkeitsanspruch entwickelt, sollte auch bei der Unterhaltung konsequent sein. Dulce Compania bietet Walk Acts und Performances mit inhouse gefertigten Kostümen, die auf Langlebigkeit und Mehrfacheinsatz ausgelegt sind, statt für jeden Auftritt neu produziert zu werden. Durch gebündelte Einsatzplanung in einer Region lassen sich Anreisewege und Logistikkosten deutlich reduzieren.
Das bedeutet konkret: weniger Transportaufwand, keine Einwegausstattung, faire und transparente Vertragsgestaltung. Für Veranstalter, die Nachhaltigkeit nicht nur im Catering, sondern im gesamten Konzept verankern wollen, ist das ein relevanter Unterschied. Fordern Sie jetzt ein individuelles Angebot an und besprechen Sie, wie Dulce Compania Ihr nachhaltiges Eventkonzept mit visuell starken Stelzenläufern und Walk Acts ergänzen kann.
Quellen
Leitfäden und Checklisten:
- Nachhaltige Veranstaltungen – Umweltbundesamt (UBA)
- Vermeidung und Reduktion von Emissionen bei Veranstaltungen – atmosfair
- Sustainable Event Guidelines – Berlin Convention Office
- Checkliste für die Organisation nachhaltiger Veranstaltungen – Green Events Austria
CO2-Rechner:
Maßnahmen-Datenbank:
FAQ
Was ist ein nachhaltiges Veranstaltungskonzept?
Ein nachhaltiges Veranstaltungskonzept plant messbare ökologische, soziale und ökonomische Ziele von Anfang an ein und folgt der Hierarchie Vermeiden vor Reduzieren vor Wiederverwenden vor Recyceln. Der BMU/UBA-Leitfaden nennt Mobilität, Energie, Verpflegung und Abfall als zentrale Handlungsfelder.
Welche fünf Dimensionen umfasst Nachhaltigkeit bei Events?
Gängige Rahmenwerke unterscheiden ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Dimensionen; manche ergänzen eine Governance-Dimension für Steuerung und Transparenz. Der FAIRveranstaltungs-Leitfaden empfiehlt ausdrücklich, alle vier Dimensionen gleichwertig in die Planung einzubeziehen.
Welche Projektideen gibt es zum Thema Nachhaltigkeit bei Events?
Konkrete Ansätze sind pflanzenbasiertes Catering mit regionalen Zutaten, Mehrwegsysteme statt Einweggeschirr, Shuttle-Services zum Bahnhof, hybride Veranstaltungsformate zur Reduzierung von Anreisen und die Einbindung lokaler sozialer Projekte als Partner. Netzwerkgreenevents.de bietet eine Maßnahmen-Datenbank mit weiteren Beispielen.
Wie messe ich die CO2-Emissionen meiner Veranstaltung?
Der UBA CO2-Rechner für Veranstaltungen und der atmosfair CO2-Eventrechner sind die meistgenutzten Tools in Deutschland. Sie erfassen Emissionen aus Anreise, Energieverbrauch, Catering und Logistik und liefern eine Gesamtbilanz in t CO2e.
Welche Gütezeichen sind bei der Partnerwahl für Events relevant?
Der Blaue Engel gilt für Papier, Druckprodukte und IT-Geräte, EMAS für Dienstleister mit geprüftem Umweltmanagementsystem und das EU-Umweltzeichen für Veranstaltungsorte und Textilien. Alle drei lassen sich als Mindestanforderung in Ausschreibungen und Verträge aufnehmen.




